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DER PRIVATE BLICK AUF DIE MAUER
Eine einzigartige Zeitreise über ein
Ereignis, das die Welt zerriss
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Pressespiegel



copyright: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG

Sind glücklich, mit Filmmaterial vom Opa zum Film beitragen zu können: Petra Habicher (r.) und Dorit Eggers aus Schleswig.

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Die Regisseure Claus Oppermann (l.) und Gerald Grote standen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

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Dr. Volker Clauß, Peter Klein aus Altenholz

Packender Blick in die Vergangenheit

sh:z/Eckernförder Zeitung vom 11. November 2011 anlässlich der Präsentation von "Bis an die Grenze" im Gemeindezentrum Altenholz am 09. November 2011

Altenholz. Ein Film, der Emotionen weckt. Um die 80 Zuschauer kamen Mittwochabend ins Gemeindezentrum nach Altenholz, um sich den von der Eckernförder Zeitung und den beiden Kieler Regisseuren Claus Oppermann und Gerald Grote präsentierten Film "Bis an die Grenze - der private Blick auf die Mauer" anzuschauen. Moderiert von den Redakteuren Susanne Meise und Achim Messerschmidt nutzten im Anschluss viele Gäste die Gelegenheit, den Regisseuren Fragen über die Entstehung dieser einzigartigen Dokumentation aus privaten Schmalfilmaufnahmen zu stellen.

250 Filme von 98 Personen aus Deutschland, Österreich und den USA haben die beiden Regisseure für den Film eingesammelt und 50 Stunden Rohmaterial gesichtet. Die Musik wurde eigens für den Film komponiert, der nicht nur mit Geschichte daherkommt, sondern vor allem Stimmungen östlich und westlich der Berliner Mauer einfängt. Ergänzend dazu erzählen Amateurfilmer aus Ost und West von ihren Erlebnissen beim Filmen.

Es ist Sonntag, der 13. August 1961, als die DDR-Regierung den Grundstein für das "hässlichste Monument" der Welt legt. Ostdeutsche Bauarbeiter beginnen in Berlin, die 43,7 Kilometer lange innerstädtische Mauer zu errichten. DDR-Bürgern ist es ab sofort verboten, Westberlin zu betreten. Die Menschen weinen und winken mit hilflosen Gesten an der halbfertigen Mauer. Sie wissen nicht, wann sie sich wiedersehen. Dann kommen Beobachtungstürme, Zäune, Stacheldraht, Minenfelder und Selbstschussanlagen, um Fluchtversuche zu unterbinden. Die Versöhnungskirche wird gesprengt. In der DDR steht man Schlange. Doch einige tanzen, wenn keiner guckt, auch mal aus der Reihe. Man verfolgt den Truppenvorbeimarsch im sozialistischen Osten, die Kampfmittelschau im Westen. "Unfassbar alles", sagt einer der Amateurfilmer im Film. "Schrecklich, was man mit Politik den Menschen antun kann." Die Zeit der Hoffnung beginnt 1989 mit der Widerstandsbewegung. Entschlossenheit in den Gesichtern, dann Freudentaumel, als die Mauer fällt.

Das Publikum applaudierte den Regisseuren. "Das Jahr Arbeit war sehr intensiv", gestand Claus Oppermann ein. Doch nun wollen 48 Gedenkstätten in Deutschland den Film zeigen. Er läuft bei der Schulkino-Woche, in Frankreich war er schon zu sehen, und es gibt Anfragen aus weiteren Ländern. "Da passiert einiges, das haben wir nicht gedacht", so Gerald Grote. "Für uns ist es natürlich toll." Beide freuten sich sehr, dass Petra Habicher und ihre Mutter Dorit Eggers zur Filmvorführung nach Altenholz gekommen waren, die Filmmaterial vom Opa zur Verfügung gestellt hatten. Der kurze Beitrag "Kleine Omi kommt nach Westberlin" zeigt die Freude, als Rentnern gemäß Passagierscheinabkommen erlaubt wurde, in den Westen zu ziehen. "Ich bin total glücklich", sagte Dorit Eggers sichtlich gerührt. "Ich hätte nie gedacht, dass ich das erleben kann. Sie haben dem Opa ein Denkmal gesetzt."

Auch Altenholz' Bürgervorsteher Dr. Volker Clauß ließ der Film nicht unberührt. "Ausgezeichnet", meinte er. Selbst Jahrgang 1939 erinnert er sich noch genau an den 13. August 1961. Da war er 22. "Ein leichtes Magengrummeln habe ich heute noch", sagte er. Der Mauerbau habe sein Leben beeinflusst. Er hat in Berlin studiert und ist viel in der DDR gewesen. Auch Peter Klein aus Altenholz war beeindruckt. "Da läuft einem schon ein Schauer über den Rücken", sagte er. 1945 geboren hat er ebenfalls alles selbst miterlebt. Er war an dem Sonntag auf der Insel Norderney beschäftigt, als die Durchsage durchs Radio kam, erzählte er. Da er jahrelang eine Freundin in Berlin hatte, war er immer gut informiert. "Vor allem Jugendliche sollten den Film sehen", wünschte sich Peter Klein. "Die Zukunft kann man nur bewältigen, wenn man die Vergangenheit kennt."



Mit freundlicher Genehmigung: sh:z/Eckernförder Zeitung

Text: Michaela Lauterbach/Foto: Michaela Lauterbach vom 11.11.2011


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