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DER PRIVATE BLICK AUF DIE MAUER
Eine einzigartige Zeitreise über ein
Ereignis, das die Welt zerriss
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Pressespiegel



copyright: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH & Co. KG

Schnitten Schmalspurfilme zu einer Mauer-Dokumentation zusammen: Claus Oppermann und Gerald Grote.

copyright: 8mm-kino

DVD-Cover

Der private Blick auf die Mauer

sh:z/Eckernförder Zeitung vom 29. Oktober 2011 anlässlich der bevorstehenden Präsentation von "Bis an die Grenze" im Gemeindezentrum Altenholz am 09. November 2011

Altenholz / Kiel. Sie füllen Meter von Regalwänden - Filme über die Berliner Mauer. Mit ihrem neuesten Werk "Bis an die Grenze" liefern die Kieler Regisseure Gerald Grote und Claus Oppermann einen weiteren Beitrag, allerdings aus einer noch nie gezeigten Perspektive: Schmalfilmaufnahmen dokumentieren das Leben östlich und westlich des Bauwerks, das 28 Jahre lang die Hauptstadt teilte.

98 Filmer aus Deutschland, Österreich und den USA meldeten sich auf den Aufruf von Grote und Oppermann, die bereits die Entwicklung der Kieler Woche und die Schneekatastrophe im Winter 1978/79 mit Hilfe von Aufnahmen in 16 und acht Millimeter sowie Super-8 zu einmaligen Reportagen verarbeitet haben. 250 Filme sammelten sie persönlich ein, um sie zum Digitalisieren ins Kopierwerk zu bringen. 50 Stunden Rohmaterial kamen zusammen. "Viel zu viel", sagt Grote. Da war zu verschmerzen, dass seine Hoffnung, bei der Stasi-Behörde unter den einst konfiszierten Filmen interessanten Stoff zu finden, enttäuscht wurde. "89 000 Super-8-Filme lagern dort, die noch nicht gesichtet und deshalb nicht freigegeben sind", bedauert Grote, der sich fragt, ob sich jemals jemand dieser Mammutaufgabe annehmen wird. Auch das Bundesarchiv, dessen Türen sich nach drei Monaten Wartezeit für die Regisseure öffneten, brachte nichts Brauchbares zutage.

Unter den privaten Streifen stießen die Regisseure dafür auf erstaunliche Szenen. Wie die von Detlef Höselbarth aus Berlin. "Er hat in seinem Auto unter einer Jacke eine Kamera aufgestellt und so die Fahrt durch die Grenzkontrolle von Ost- nach West-Berlin gefilmt", berichtet Grote. "Das war sehr mutig. Ich möchte nicht wissen, was ihm passiert wäre, hätten die Kontrolleure das entdeckt." Auch bei den Maifeierlichkeiten schreckte Höselbarth nicht davor zurück, seine Kamera einzuschalten und sich damit unter die marschierenden Soldaten zu mischen. Zu den Highlights zählt für Grote und Oppermann außerdem der Beitrag von Ingrid Heinrich aus Schaalby im Kreis Schleswig-Flensburg: "Kleine Omi kommt nach Westberlin". Er greift das Passierscheinabkommen auf, das Rentnern erlaubte, in den Westen zu ziehen. "So wurde dringend benötigter Wohnraum frei, und die DDR sparte die Rentenzahlung", erklärt Oppermann. Diese Minuten zeigten, wie es möglich war, mit Schmalfilm eine kleine Geschichte zu erzählen, schwärmt der Regisseur.

Ein besonderer Schatz ist das Tondokument von Günter Scheler aus Berlin - eine Aufnahme, die am 13. August 1961 vor dem Brandenburger Tor entstand. Gänsehaut ist garantiert, wenn das Pfeifkonzert der Menschen aus dem Lautsprecher ertönt und die Rufe "Wir wollen kein zweites Budapest" im Raum verhallen.

Musikalisch unterlegt sind die bewegenden Bilder mit Kompositionen von Chris Evans, der schon die ersten beiden 8-mm-Projekte der Kieler begleitete, und passenden Songs der Geschichte wie der Hit "Sag mir wo Du stehst" von der Gruppe "Oktoberklub" oder "Berlin, Berlin" von "John F. und die Gropiuslerchen".

Oppermann und Grote sind sich bewusst, dass sie nicht allein sind mit ihrer Arbeit zu dem Thema. "Aber es ist außergewöhnliches Material mit einer aufgeregten Handschrift, das aus privatem Antrieb entstanden ist", sagt Oppermann. Die Resonanz gibt ihm Recht: Nach der Premiere in Berlin war der Film bereits in Paris zu sehen und soll auch für den englisch- und französischsprachigen Raum aufgelegt werden.

Bis an die Grenze

Der Film "Bis an die Grenze - Private Blicke auf die Mauer" der Filmemacher Claus Oppermann und Gerald Grote wird von der EZ am Mittwoch, 9. November, ab 19 Uhr im Gemeindezentrum Altenholz vorgeführt. Einlass ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eintrittskarten gibt es im EZ-Kundencenter, Kielerstraße 55, bei "Bücher und Zeitschriften Anke Petersen", Ostpreußenplatz, Altenholz sowie im "Sportrestaurant" im Gemeindezentrum Klausdorf. Oder reservieren Sie unter Telefonnummer 04351/90081471.



Mit freundlicher Genehmigung: sh:z/Eckernförder Zeitung

Text: Susanne Meise/Foto: Susanne Meise vom 29.10.2011


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